Traumatherapie

Psychotrauma

Ein Psychotrauma entsteht, wenn ein plötzlicher Wechsel von einem sicheren, guten Erleben zu einem überwältigenden, bedrohlichen und gewalttätigen Erleben stattfindet.

Dieses Ereignis sprengt die normalen Bewältigungsstrategien eines Menschen und aktiviert eine Notfall- bzw. Überlebensreaktion.

 

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    Es werden zwei Hauptformen von Traumata unterschieden:

    • Schocktraumata (Typ I): Einmalige, plötzliche Ereignisse wie Unfälle, Naturkatastrophen, schwere Erkrankungen oder Schicksalsschläge.
    • Zwischenmenschliche Traumatisierungen (Typ II): Häufig wiederkehrende oder langanhaltende Gewalterfahrungen, die von anderen Menschen ausgehen – wie zum Beispiel Angriffe, Überfälle oder sexualisierte Gewalt.

     

    Besonders tiefgreifend wirken Traumatisierungen, die bereits in der frühen Kindheit stattfinden oder sich über einen längeren Zeitraum erstrecken. Sie erschüttern das grundlegende Vertrauen in andere Menschen und in die Welt.

    Typische Empfindungen während eines Traumas sind Ohnmacht, Hilflosigkeit und völliges Ausgeliefertsein.

    Da weder Flucht noch Kampf möglich sind, greift die Psyche auf eine Notfallstrategie zurück: die Dissoziation (Abspaltung).

    Langfristig können folgende Beschwerden entstehen:

    • Angst- und Zwangsstörungen
    • Depressionen
    • Suchterkrankungen
    • Essstörungen
    • Selbstverletzendes Verhalten
    • Somatoforme Störungen (Verschiebung seelischen Schmerzes auf die körperliche Ebene).

    Wenn jemand unter einem Psychotrauma  leidet, unterstützen besonders gut die Methoden EMDR und Hypnotherapie.

      Entwicklungstrauma

      Ein Entwicklungstrauma entsteht meist in sehr frühen Phasen der kindlichen Entwicklung – häufig noch bevor ein Mensch eigene Bewältigungsstrategien für Stress und Belastungen entwickeln konnte.

      Im Gegensatz zu einem einzelnen Schockereignis handelt es sich hier um langanhaltende oder wiederkehrende belastende Erfahrungen, die die Persönlichkeitsentwicklung prägen. In schweren Fällen kann eine sogenannte „Trauma-Persönlichkeit“ entstehen.

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        Bereits ab dem dritten Schwangerschaftsmonat kann der Fötus emotionalen Stress der Mutter und des Umfelds wie ein Schwamm aufnehmen. Für eine stabile emotionale Entwicklung benötigt ein Kind daher gut regulierte Bezugspersonen, die ihm bei der Regulation überwältigender Emotionen helfen.

         

        Mögliche Ursachen für Entwicklungstraumata sind unter anderem:

        • komplizierte Schwangerschafts- und Geburtsverläufe
        • frühe Trennungen von der Mutter (z. B. durch Krankenhausaufenthalte oder Operationen)
        • emotionale Instabilität oder fehlende sichere Bindung zu den Bezugspersonen.

         

        Das Kind bleibt emotional auf der Suche nach Resonanz, fällt aber immer wieder auf sich selbst zurück. Dadurch kann sich früh das innere Gefühl verfestigen: „Ich bin falsch“ oder „Ich bin nicht liebenswert“.

        Es verliert den Zugang zu den eigenen Bedürfnissen und orientiert sich stark nach außen – eine dysfunktionale Bindungsstrategie, die oft ein Leben lang wirkt und einen besonders großen Einfluss auf die Beziehungsgestaltung mit Menschen hat.

        Besonders hilfreich ist hier die Körperpsychotherapie.